Calhorn
Sie befinden sich hier: HOME    VERANSTALTUNGEN    „BILDUNG UMFASSST AUCH GLAUBE UND HERZ“

„Bildung umfassst auch Glaube und Herz“

Veröffentlicht am: 06. Februar 2012
„Bildung umfassst auch Glaube und Herz“

Calhorn, 03. Februar 2012 - Der Berufungstraum des heiligen Johannes Bosco war das durchgehende Thema auf dem diesjährigen Don Bosco Fest in Calhorn. Begonnen wurde mit einem Pontifikalamt in der St. Marien Kirche in Bevern mit Bischof Luc van Looy, SDB, aus Gent (Belgien). In seiner Predigt ging der Bischof auf den Berufungstraum ein, den der damals neunjährige Bauernjunge hatte. „Erst später wurde ihm bewusst, was dieser Traum bedeutete. Er sollte dafür sorgen, dass junge Menschen gut aufwachsen, aus 'wilden Tieren' musste er Schafe machen und das ohne Faust, sondern mit Liebe. Von Beginn seines Lebens war deutlich, dass er ein Hirte werden sollte. Die Kernfigur in seinem Traum war Maria, die auf ihren Sohn Jesus verweist. Wir können also sagen, dass wir von Maria einen Menschen geschenkt bekommen haben, der für die jungen Menschen sorgte,“ so Bischof van Looy. Don Bosco habe sein Leben für die armen Jugendlichen gegeben. Er sei immer da gewesen, wie ein Hirt, der seine Herde nie verlasse, habe den Jugendlichen stets das Gefühl gegeben geliebt zu werden, habe ein starkes, pädagogisches System ausgearbeitet, das auf Liebe und Freude basiere und keine Strafen kenne, habe jedem die Chance geboten, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen, durch Studium, einen Beruf oder eine Arbeitsmöglichkeit. Er habe Menschen um sich versammelt, um die Jugendlichen zu erziehen, sei an die Obrigkeit herangetreten, um Aufmerksamkeit für die Jugendlichen zu erbitten und habe seine besten Salesianer in die Welt geschickt, um diese mit seiner Pädagogik zu erobern, nannte der Bischof die sieben wichtigsten Tätigkeitspunkte des heiligen Bosco. „Don Bosco ist so ein enormer Baum geworden, mit Früchten über die ganze Welt, von allen Farben, Rassen und Sprachen“, schloss Bischof von Looy seine Predigt. Zu den entsprechenden Texten wurden ihm dann von Kinder und Jugendlichen verschiedene Geschenke zur Gabenbereitung übergeben. Von der Uhr, über eine große Kerze, bis zum Fahrrad und viele mehr bis hin zu Wasser und Wein. Musikalisch gestaltete der Kinderchor das Pontifikalamt, erstmalig unter seinem neuen Namen „Lautstark“, Rainer Brüggehagen an der Orgel, Br. Andreas Mansfeld und Thomas und Martin Sieverding. Der Leiter der Jugendbegegnungsstätte Haus Don Bosco, P. Otto Nosbisch, sprach allen Helfern, Gönnern und Förderern seinen Dank für die Hilfe und Unterstützung aus, die damit ihre Verbundenheit mit den Salesianern bezeugten und einen maßgeblichen Beitrag leisteten, dass jungen Menschen das Leben in einem passenden Lebensraum gelinge.

Im Anschluss nutzten viele Kirchenbesucher die Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung im Haus Don Bosco. Auch der Festvortrag von P.Reinhard Gesing, zweiter Provinzialvikar aus Benediktbeuern, befasste sich mit dem Thema des Tages: „Ich bin der gute Hirt. Das Erbe Don Boscos heute.“ Er ging zurück in die Zeit, als Johannes Bosco im Jahr 1858 bei einem Papstbesuch von seinem Traum erzählte und schließlich im Jahr 1867 auf Befehl des Papstes diesen in einem Buch schriftlich niederlegte. Zunächst nur gedacht für die Salesianer, nach mehreren Überarbeitungen dann auch für die Öffentlichkeit, habe Don Bosco erst im Alter von 60 Jahren den Text als fruchtbaren Rückblick auf sein Leben niedergeschrieben, sicher auch aus Sorge, dass er in Vergessenheit gerate, aber auch als Orientierungshilfe für seine Nachfolger. Der Traum sei ein eindeutiger Auftrag Gottes gewesen, von früher Jugend an zum Dienst an bedürftigen, gefährdeten jungen Menschen. Ein Besuch im Gefängnis habe verdeutlicht, wie wichtig dieser Dienst sei, habe ihn die hoffnungslose und chancenlose Situation der jungen Gefangenen unter den erbärmlichen Umständen tief erschüttert. Die im Berufungstraum erschienenen „wilden Tiere“ deuteten auf die ungerechte Situation der damaligen Gesellschaftsstrukturen und einer Kinder- und Jugendfeindlichkeit hin. Mit beeindruckenden Zahlen belegte P. Gesing, dass es diese „wilden Tiere“ auch heute noch gebe. 100 Millionen Straßenkinder, 150 Millionen Kinder, die durch Kinderarbeit ausgebeutet würden, 11 Millionen Kinder auf der Flucht durch Kriegsereignisse, 16 Millionen Kinder, die an Aids erkrankt seien und viele weitere Fakten, zeigten dieses nachdrücklich. Umso wichtiger sei es, diesen jungen Menschen eine ganzheitliche Bildung zu ermöglichen mit Glauben und Herz, nicht mit Schlägen oder unter Druck. Es gelte Partner und Begleiter der jungen Menschen zu sein und sie in ihrer Lebenswelt wahrzunehmen. Im Sinne des Werkes Don Boscos, die Jugend zu erziehen und mit den jungen Menschen zu arbeiten, sei das Höchste, was möglich sei. Dazu könne jeder einen Beitrag leisten, schloss P. Gesing seinen Vortrag. Musikalisch wurde der Nachmittag von den „Musitas“ aus Hemmelte gestaltet. Mit einer gemeinsamen Vesper fand der Don Bosco Tag sein Ende.

(cs)

zurück zur Übersicht